Orchideen im Botanischen Garten Bochum

Am Samstag hatte ich wieder einmal Gelegenheit die beeindruckende Sammlung an tropischen Orchideen im Botanischen Garten von Bochum anzusehen. Zu meinem Glück werden dort sehr viele Dendrobien kultiviert, weil sich der Reviergärtner dafür interessiert. Mir ist am gestrigen Tag auch mal wieder aufgefallen, dass in größeren Gewächshäusern ein gleich mäßigeres Klima herrscht. In meinem Kleingewächshaus war es gestern um 11:00 schon über 33°C und dann verschwindet jegliche Luftfeuchte ziemlich schnell. Umgekehrt ist es im Winter in Kleingewächshäusern schnell kalt und nass. Um Heizkosten zu sparen wird dann wenig gelüftet mit den bekannten Folgen.

Eine riesiges Dendrobium aurantiflammeum hat mich sehr beeindruckt, es wird temperiert kultiviert, was für Bochum allerdings 20° C am Tag auch im Winter bedeutet.

Dendrobium amabile Solid Pink

Dendrobien blühen eher nicht im Hochsommer. Die hier genannte Art macht da eine Ausnahme. Ich habe die Pflanze von der Schwerter Orchideenzucht. Sie wird im Topf kultiviert in Sphagnum, ich habe sie seit dem Kauf vor 5 Jahren noch nicht umgetopft.

Sie wird regelmäßig getaucht. Wenn sie neue Triebe erzeugt, wird sie auch noch zusätzlich zu meinen normalen Düngergaben mit stickstoffbtontem Dünger versorgt.

Sie wurde von O Brien 1909 beschrieben und kommt z.B. in China Hainan und Vietnam vor.

Die Bezeichnung Solid Pink bezieht sich wohl auf die pink durchgefärbten Petalen und Sepalen.

Dendrobium henryi

Vor vielen Jahren hatte ich bei O&M einmal ein Importstück dieser Pflanze erworben und nach ca. 6 Wochen in den Orchideenhimmel verabschiedet. Allerdings sie hat vorher noch geblüht. Die Blüte wirk sehr exotisch. Vor einigen Jahren erhielt ich von einem Orchideenfreund ein Teilstück, was gut wächst und jetzt erstmals mit einer Blüte versehen ist.

Die Art stammt aus Nordvietnam, Thailand und Südchina aus Höhen um 600 bis 1700m. Sie wurde 1912 von Schlechter beschrieben. Benannt nach Henry Wilson einem englischen Pflanzensammler in China. Kultur im Topf in Rinde oder Sphagnum, sehr hell, regelmäßig düngen. Zarte Blätter sind anfällig für Spinnmilben. im temperierten Abteil aufstellen oder für mehr Licht aufhängen.

Dendrobium papilio

Ich kann mich noch gut erinnern, als vor ein paar Jahren diese Art bei der wichtigsten Orchideenschau des Jahres, dem Tokyo Dome, einen der vorderen Plätze belegte, war ich totl geflasht von der graziler Schönheit ihrer Blüten. Inzwischen ist mir klar warum Kenner bei einer solchen Pflanze sofort für eine Platzierung stimmen. Denn auch bei den Gärtnern ist sie nicht einfach in Kultur. Zunächst als Jungpflanze wächst sie gut. Dann aber wird das Laub empfindlich, bekommt Spinnmilben oder andere Erkrankungen. Und sie blüht immer eher spärlich. Komischerweise blüht die Art dieses bei mir jetzt im Hochsommer. Vermute es war davor zu hell auf dem Tisch. Seit einigen Wochen habe ich die Schattierung montiert. Kultur in kleinem Plastiktopf mit grobem Rindensubstrat. Ich vermute mein Konzept des Dünges bei jedem Wässern wird nicht so gut vertragen von dieser Art. Sie stammt von den Philippinen aus Höhen zwischen 1400 bis 2200m und wurde 1897 von Loher beschrieben.

Dendrobium papilio

Coelia bella im Sommer

Jetzt spielt die Orchideenkultur bei mir total verrückt. Die oben genannte Pflanze blüht bei mir normalerweise im Winter. Dieses Jahr hat sich die Pflanze entschlossen mitten im Sommer zu blühen. Warum das so ist, keine Ahnung? Es könnte an der Verwendung des Zauberdüngers Gold von Wolfgang Ermert liegen. Da aber sonst keine weiteren Orchideen ausergewöhnliche Blütezeiten zeigen, könnte es auch Zufall sein. Oder ein anderer Impuls durch den dauernden Wechsel von heißem und kaltem Sommerwetter. Mine Pflanze ist seit Jahren im Topf mit grobem Rindensubstrat und wird mit oben genaantem Dünger aber auch mit Orchid Focus gedüngt.

Coelia bella

Sobralia

Seit meiner leider einzigen Reise nach Südamerika, genauer nach Ecuador, bin ich von den dortigen Orchideen fasziniert. Entlang der Straßen haben immer Orchideen gestanden, meist waren das Sobralia Arten. Vor vielen Jahren habe ich mir dann bei der Firma Peruflora eine solche Pflanze gekauft. Sie existiert immer noch und erfreut mich im Sommer mit regelmäßigen Blüten, leider halten diese maximal 2 Tage. Da sich aber immer neue Blüten bilden, ist dies zu verschmerzen. Kultiviert wird in einem Seerosenkorb mit grobem Rindensubstrat. Sobald Neutriebe entstehen etwas mehr wässern und auch düngen. Triebe werden über 1,5 Meter lang. Also keine Pflanze bei Platzmangel.

Aspasia lunata

Anläßlich einer Reise zur Gärtnerei Currlin in Welbhausen, die ich durch Pandemie und andere Gründe über 10 Jahre nicht mehr gesehen hatte, wurde ich mit einer Orchidee konfrontiert, die ich ganz aus den Augen verloren hatte. Aspasia lunata wurde 1836 von Lindley für Brasilien beschrieben. Der Name mondförmig bezieht sich wohl auf die Lippenform. Sie hat einen ausgeprägten Duft. In der Kultur soll sie sehr anspruchslos sein von kalt bis warm. Vermute aber eher warm, denn sie scheint eine Tieflandart zu sein. Kultur im Topf mit grobem Rindensubstrat. Blüten erscheinen mit den Neutrieben an den Neutrieben.

Angulocaste Hybride aus Lycaste dowiana x Anguloa clowesii

Bei der Auflösung des Orchideenbetriebs von Ohligs am Niederrhein habe ich diese Hybride gekauft. Obwohl diese Gattungen gar nicht meine Zielrichtung beim Orchideensammeln sind, muss mich wohl damals die Blüte ziemlich fasziniert haben.

Die Pflanze steht in grobem Rindensubstrat in einem Tontopf. Die Blüten erscheinen an der Basis der blattlosen Bulben zusammen mit dem Neutrieb und halten bis zu vier Wochen (wenn es nicht zu warm ist). Nach der Blüte wird mehr gewässert und gedüngt damit die Bulben für das nächste Jahr kräftig ausgebildet werden. Nur dann sind Blüten möglich. Im Winter muss die Pflanze etwas trockener stehen, damit die Bulben nicht faulen.

Barkeria melanocaulon

Jetzt hat sich der Orchideenfreund gemeldet und mir die Pflanze bestimmt, sie hat den oben genannten Artname. Dieser Orchideenfreund hatte mich im vergangenen Jahr mit namenlosen Barkeriapflanzen beschenkt, die bei mir eher mäßig wachsen. Ich vermute sie haben zu wenig Wasser. Eine dieser Pflanzen hat jetzt geblüht.

Die Pflanze wurde von A. Rich & Galeotti 1845 beschrieben. Sie stammt aus Höhenlagen von ca. 1600m in Oacaxa/Mexiko.

Kultur bei mir aufgebunden auf Korkeiche ohne Substrat.

Dendrobium Gatton Sunray

Eigentlich kultiviere ich von den Dendrobien nur die Arten. Manchmal aber bin ich von einer Hybride fasziniert. Anläßlich einer Ausstellung in Luzern, Schweiz war auf dem Stand der Firma Röllke diese Orchidee zu sehen. Nachfragen ergaben, sie war vom Berggarten in Hannover ausgeliehen worden. Da diese Hybride sehr groß wird, muss sie im Topf kultiviert werden. Bei mir in einem Tontopf mit Löchern. Sicher nicht ideal, aber der war damals wohl verfügbar. Das Substrat ist grobe Rinde. Die Temperatur etwas über der bei mir herrschenden 18°C im Winter. Während des Triebwachstums regelmäßig düngen und für ausreichend Wasser sorgen. Neutriebe sind anfällig für das Ausfaulen durch in ihnen stehendes bakteriell verseuchtes Wasser. Die Kreuzung ist D. chrysotoxum x D. pulchellum. Sie ist nicht mehr oft in Kultur.

Dendrobium Gatton Sunray